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Tipp Der Redaktion - 2020

Was Argentiniens Standard für den Rest von uns bedeutet

Argentinien ist in seiner 200-jährigen Geschichte acht Mal in Zahlungsverzug geraten, spätestens am Donnerstag nach einer bizarren legalen Saga, die die argentinischen Staatsschulden in die Hände eines Richters des US-Bundesstaates Manhattan legte.

Richter Thomas Griesa entschied, dass Argentinien seine nächste Zahlung für umstrukturierte Schulden aus seinem Zahlungsausfall von 2001, der bereits bei der New Yorker Bank für die Vermittlung der Zahlungen zuständig ist, nicht leisten könne, bis eine weitere Gruppe von Anleihegläubigern in diesen Umtausch einbezogen wird. Diese zweite Gruppe von Anleihegläubigern, die nur sieben Prozent der Gläubiger Argentiniens repräsentieren, besteht aus Hedgefonds, die von Elliott Managements NML Capital vertreten werden. Die Fonds kauften argentinische Anleihen, als die Wirtschaft des Landes sich abwärts bewegte, und lehnten die Umstrukturierung ab, da sie den vollen ursprünglichen Wert der Anleihen erforderten.

Der Oberste Gerichtshof lehnte es ab, die Entscheidung von Griesa zu überprüfen, erlaubte aber auch den Anleihegläubigern, Vorladungen auszustellen, um die Vermögenswerte Argentiniens im Ausland ausfindig zu machen. Argentinien weigerte sich zu zahlen, da die Verhandlungen scheiterten und das Land am vergangenen Donnerstag um Mitternacht in Zahlungsverzug geriet. Argentiniens Stellung auf den internationalen Schuldenmärkten und ganz zu schweigen von der Binnenkonjunktur ist so schlecht, dass in der Folge sehr wenig passiert ist.

Argentinien ist seit seiner Zahlungsunfähigkeit im Jahr 2001 von Inflation, Rezession und Ausschluss von den internationalen Kapitalmärkten betroffen. Nichts davon hat sich geändert, obwohl es leicht beschleunigt. Argentinier, von denen viele vor 13 Jahren ihre Ersparnisse verloren haben, haben sich lange Zeit dem US-Dollar als bevorzugte Währung zugewandt, da Argentiniens eigener Peso jedes Jahr weniger wert ist. Die Zahlungsunfähigkeit der letzten Woche ist in den argentinischen Zeitungen fast zum Lachen gekommen und steckt immer wieder voller schlechter Wirtschaftsnachrichten. Die stets opportunistische Regierung von Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hat sich gegen die amerikanische Ungerechtigkeit gewehrt, anstatt zu versuchen, den Schaden so gering wie möglich zu halten.

Die internationalen Auswirkungen des Falls sind trotz der Besorgnis über die Zukunft der Gläubigerrechte auf den Schuldenmärkten noch weniger dramatisch. Peter Eavis und Alexandra Stevenson schlugen vor, dass "der argentinische Streit es den verschuldeten Ländern erheblich erschweren wird, ihre Verpflichtungen auf ein überschaubares Maß zu reduzieren", da die Anleger nun einen größeren Anreiz haben, bessere Angebote von Krisenländern zu fordern. Hung Tran ist jedoch der Ansicht, dass solche Sorgen aufgrund der sehr begrenzten und besonderen Natur dieses Streits möglicherweise zunichte gemacht werden. Tatsächlich ist das wahrscheinlichste Ergebnis eine internationale Studiensitzung. Nachdem ein so kleines wirtschaftliches Problem in Argentinien zu einem so großen droht, werden sich die Länder wahrscheinlich darum bemühen, aufzuräumen und zu klärengleichrangig Klauseln, das gesetzliche Mandat zur „Gleichbehandlung“ bei Schuldentilgungen, die das Argentinien-Problem überhaupt erst verursacht haben.

Zu diesem Zweck forderte der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz ein globales System zur Umschuldung. Stiglitz nannte die Hedgefonds "Geier" - wie es die argentinische Presse behauptet hat -, dass die Investoren keine anderen Interessen an dem Land hätten, als von dessen Untergang zu profitieren, und dies sollte Konsequenzen haben.

Die Geier haben sich auf die Rechtsstaatlichkeit berufen, aber wir sollten uns darüber im Klaren sein: Es geht um Gier. Indem sie für eine Auslegung des Rechtsgrundsatzes eintraten, wonach alle Anleger gleich behandelt werden sollen - ganz im Widerspruch zu dem, was Ökonomen und Marktteilnehmer ihm traditionell zuschreiben -, haben sie die Rechtsstaatlichkeit untergraben und eine Umschuldung nahezu unmöglich gemacht.

Solche Umstrukturierungen sind notwendig, damit die Marktwirtschaft funktioniert. Leider haben wir zwar ein System für den Umgang mit Privatinsolvenzen, aber kein System für die Umstrukturierung von Staatsschulden.

Ob die wenigen Milliarden Dollar, die hier auf dem Spiel stehen, in die Hände von Argentinien oder Elliott Management gelangen, ist weder international noch national von Bedeutung. Und eine gewissenhaftere Gesetzgebung wird aggressive Spekulationen mit Staatsschulden nicht zunichte machen. Der Zyklus der Ausfälle in Argentinien muss sich jedoch nicht wiederholen, und Stiglitz 'Vorschlag könnte durchaus im globalen Interesse liegen. Es wird ja nicht immer nur Argentinien auf dem heißen Stuhl sein.

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