Beliebte Beiträge

Tipp Der Redaktion - 2020

Ein Leser verabschiedet sich

Ich habe heute morgen die folgende E-Mail erhalten und mit Genehmigung des Autors veröffentlicht:

Hallo, ich habe in deinem Blog von beliefnet Kommentare hinterlassen, hauptsächlich unter dem Spitznamen N.A.O. Ich bin mir nicht sicher, ob du dich erinnerst, aber ich musste irgendwann aufhören zu kommentieren, weil es zu dieser Zeit gesundheitlich schwierig war. Ich wollte Ihnen sagen, wie sich das herausstellte: Irgendwann stellte sich heraus, dass diese schwierige Situation die Huntington-Krankheit war. Ihr Blog hat mir immer gefallen und ich habe es heute noch gelesen (habe es in den letzten Monaten sogar kommentiert, manchmal kohärenter als andere) und die Erinnerung, die ich dort zu kommentieren und mit Ihnen zu sprechen vermochte, als die Krankheit begann fordere seinen Tribut, bedeutet mir plötzlich eine schreckliche Menge. Damals waren meine Symptome meist körperlich und zeigten einige kognitive Beeinträchtigungen. In der letzten Woche stelle ich jedoch fest, dass gewöhnliche Gespräche, Chit-Chat, eine große Belastung für mich darstellen und etwas, das ich nicht mehr ganz richtig machen kann. Ich spüre, wie ein umhüllender Nebel über mich kriecht, und wollte das jetzt sagen, solange ich es noch kann und die Erinnerung an vergangene Tage mir noch lieb und verfügbar ist. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt, der Fortschritt könnte hier für eine lange Zeit stehen bleiben, und ich könnte mich anpassen und ziemlich gut abschneiden, oder ich könnte unter die Wellen schlüpfen und das nie wieder sagen können, also ist jetzt die Zeit gekommen . Ich fand dich immer freundlich und anständig, und es half, dass ich dir größtenteils zustimmte!

Der Tod, anstatt mich zu verschlucken, wird mich in geruhsamen Bissen nehmen. Das macht mich traurig, aber nicht böse, und ich habe das plötzliche Bedürfnis, mich von Menschen zu verabschieden - sogar von entfernten Internetbekannten! Ich habe Angst davor, dass ich selbst verschwinde und die Fähigkeit zu denken verliere, und ich werde es vermissen, über Gott nachzudenken und mich zu fragen, welche Art von Beziehung ich zu ihm haben werde, bevor ich ihn endlich in strahlender, gesegneter, glückseliger Klarheit sehe.

Gott segne ihn. Ich veröffentliche dies nicht nur, weil es schön und ergreifend ist, sondern um uns daran zu erinnern, dass hinter diesen anonymen oder authentischen Internet-Monikern echte Personen mit wahren Geschichten stehen. Das ist wichtig zu beachten.

Wenn Sie beten, beten Sie bitte für diesen anonymen mutigen Leser, der vom Ufer und von unserer Gesellschaft abweicht.

Schau das Video: Mit diesen Worten verabschieden sich unsere Leser von Karl Lagerfeld (April 2020).

Lassen Sie Ihren Kommentar